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Nebenkostennachzahlung – das gilt beim Bürgergeld

Mann hält Abrechnung in der Hand

Zum Jahreswechsel landet sie meist im Briefkasten: die Nebenkostenabrechnung. Viele erwarten sie mit Spannung, andere eher mit Schrecken. Denn mögliche Nachzahlungen reißen schnell ein Loch in die Haushaltskasse. Bürgergeld Bedürftige müssen sich darüber zwar weniger Gedanken machen, weil Nebenkosten und Miete beim Bürgergeld vom Jobcenter übernommen werden. Doch Nebenkosten-Nachzahlungen sorgen nicht selten auch für unangenehme Nachfragen.

Nachzahlung fällt unter die KdU

Die Regeln sehen vor, dass Nebenkosten im Rahmen der Kosten für Unterkunft und Heizung (KdU) übernommen werden. Das gilt auch für Nebenkostennachzahlungen, sofern einige Bedingungen erfüllt sind: Betroffene sind nach wie vor hilfebedürftig und leben in der gleichen Wohnung – sofern sie nicht im Rahmen eines Kostensenkungsverfahrens oder mit Zustimmung des Amts umgezogen sind. Wichtig: Die Ausgaben müssen angemessen sein. Genau an diesem Punkt scheiden sich bisweilen die Geister.

Eine Frage der Angemessenheit

Wann die Nebenkosten und somit auch eine Nachzahlung angemessen sind, richtet sich nach den Durchschnittswerten für Preise und Verbrauch vor Ort. Das wird von den Jobcentern sehr genau geprüft. Daher müssen sämtliche Unterlagen und Belege eingereicht werden, die man vom Vermieter erhalten hat. Das sollte man im Idealfall direkt nach Erhalt erledigen.

Im Bürgergeld Bezug müssen Leistungsempfänger generell die Nebenkostenabrechnung beim Jobcenter vorlegen, unabhängig davon, ob sich eine Nachzahlung oder ein Guthaben aus der Abrechnung ergibt.

Nachfragen und Kostensenkung

Bei Unstimmigkeiten oder Kostenstellen, die seitens des Jobcenters nicht nachvollzogen werden können, kann es zu Nachfragen beim Vermieter kommen. Sollte das Amt indes zu dem Schluss kommen, dass ein Bürgergeld Bedürftiger verschwenderisch war und die Nebenkosten daher nicht angemessen sind, droht ein Kostensenkungsverfahren und werden die Kosten nicht in voller Höhe getragen, sondern nur bis zur Angemessenheitsgrenze.

Kosten begründen können

In dem Fall ist es wichtig, die höheren Nebenkosten begründen zu können. Hinsichtlich der Heizung sind denkbare Argumente die steigenden Energiekosten oder ganz allgemein die Wohnsituation mit alten Fenstern, einer alten Heizung, einer fehlenden Dämmung oder aber der Notwendigkeit, mehr zu heizen, weil alte oder kranken Bürgergeld Bedürftige in der Wohnung leben.

Ausweg: Darlehen vom Jobcenter

Reichen dem Amt die Begründungen nicht aus und ist man selbst nicht in der Lage, die Nebenkostennachzahlung mit dem Bürgergeld zu stemmen, kann man ein zinsloses Darlehen beim Jobcenter beantragen. Gegebenenfalls sollte man auch Widerspruch einlegen.

Falls der Vermieter die Nebenkostenabrechnung zu spät erstellt – sie muss binnen zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums (meist 1. Januar bis 31. Dezember) eingehen –, ist man selbst und auch das Jobcenter nicht zur Zahlung verpflichtet.

Wichtig: All das betrifft lediglich die Nebenkostennachzahlung, nicht aber eine mögliche Nachzahlung beim Strom. Stromkosten und Bürgergeld sind eine andere „Baustelle“.

Titelbild: Anastasija Vujic / shutterstock.com