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1.029 Euro – so viel Bürgergeld bekommt ein Single im Monat

1.029 Euro pro Monat: So hoch ist der durchschnittliche Zahlungsanspruch eines alleinstehenden Bürgergeld Bedürftigen Stand Januar 2024. Dieser Wert mittelt eine recht große Spanne. Denn während in Hamburg unter dem Strich ein Betrag von 1.136 Euro steht, sind es in Leipzig lediglich 976 Euro, somit 160 Euro weniger. Die Differenz ist dem Umstand geschuldet, dass die Höhe des Bürgergelds mit Ausnahme des reinen Regelsatzes sehr stark lokal gefärbt ist.

Fast 56 Prozent Ein-Personen-Haushalte

Die aktuelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu den Zahlungsansprüchen von Bürgergeld Bedarfsgemeinschaften listet auf, wer wo im Schnitt welchen Betrag überwiesen bekommt. Die Mehrheit derer, die auf Hilfe vom Jobcenter angewiesen sind: Singles. Von den insgesamt 2.924.632 Bedarfsgemeinschaften in Deutschland stellen sie mit 1.625.809 oder fast 56 Prozent den Löwenanteil. Ihnen steht im bundesweitem Durchschnitt Bürgergeld in Höhe von 1.029 Euro zu. Um ein Gefühl für diese Zahl zu bekommen: Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes (destatis) lag die monetäre Armutsgefährdungsschwelle in 2023 bei monatlich 1.309,58 Euro.

Bürgergeld Rechner – Höhe der Leistungen ermitteln

So viel Bürgergeld bekommen Alleinstehende

Wie viel Bürgergeld Alleinstehende abhängig von ihrem Wohnort erhalten, haben wir in der nachfolgenden Tabelle aufbereitet. Die Durchschnittswerte sollen die regionalen Unterschiede bei der Höhe der Leistungen aufzeigen:

StadtØ Bürgergeld mtl.
Berlin1.106 €
Bremen1.071 €
Düsseldorf1.062 €
Dresden1.026 €
Frankfurt1.111 €
Hamburg1.136 €
Hannover1.061 €
Köln1.106 €
Leipzig976 €
München1.166 €
Stuttgart1.120 €

Regelsatz beim Bürgergeld

Knapp die Hälfte dieses Betrages beruht auf dem Bürgergeld Regelsatz. In der Bedarfsstufe 1 für Singles sind das seit diesem Jahr 563 Euro – ein Betrag, über den viel diskutiert wurde und der laut Berechnungen des Paritätischen Gesamtverbands mindestens 813 Euro betragen müsste. Doch selbst die 563 Euro stehen nicht jedem zu. Wer arbeitet und Bürgergeld aufstockend zum Lohn bekommt oder zumindest ein paar Euro im Monat hinzuverdient, dem wird Einkommen angerechnet und die Leistungen meist direkt gekürzt. Lediglich der Grundfreibetrag von 100 Euro wird nicht angerechnet.

Bürgergeld und Minijob – was ist erlaubt und was bleibt übrig?

Kosten für Unterkunft und Heizung

Der zweite Posten, der die Höhe des Bürgergeldes prägt: die Kosten für Unterkunft (KdU). Diese Leistung ist den größten Schwankungen unterworfen. Denn in München oder Düsseldorf liegen die Mieten weitaus höher als in ländlichen respektive abgeschiedenen Regionen. Wie stark die Mietobergrenzen variieren, zeigt ein Blick auf einige Städte:

Mietobergrenze für 1-Personen-Haushalt

angemessene
Wohnungsgröße
angemessene
Miete
Berlin50m²449 €
Bremen50m²537 €
Dresden45m²369 €
Düsseldorf50m²528 €
Frankfurt (Main)50m²691 €
Hamburg50m²573 €
Hannover50m²458 €
Köln50m²651 €
Leipzig45m²346 €
München50m²849 €

Das heißt nicht, dass in München automatisch 563 Euro Regelbedarf plus 849 Euro Mietkosten gezahlt werden, in der Summe 1.412 Euro. Nein: In der Landeshauptstadt erhält ein Bürgergeld Single im Schnitt 1.166 Euro, denn 849 Euro für die Miete stellen die absolute Obergrenze dar. Meist bewegen sich die tatsächlichen Mietkosten, die vom Jobcenter getragen werden, darunter.

Heizkosten

Zusätzlich zur Miete übernimmt das Jobcenter auch die Heizkosten in tatsächlicher Höhe – sofern diese angemessen sind. Da die Kosten von verschiedenen Faktoren abhängig sind, gibt es hier keine festen Pauschalen, aber Richtwerte. So erachtet z.B. das Jobcenter Hannover Heizkosten bei zentraler Wassererwärmung in Höhe von 2,08 Euro / m² beim Heizen mit Fernwärme oder 2,84 Euro / m² bei einer Gasheizung für angemessen. Ausgehend von 50m² zulässiger Wohnfläche sind das 104 Euro bzw. 142 Euro monatlich zusätzlich zur Miete.

Mehrbedarfe

Der dritte Baustein beim Bürgergeld Anspruch setzt sich je nach Person und/oder Wohnsituation aus mehreren Elementen zusammen, die ebenfalls individuell geprägt sind. Konkret geht es hier um Mehrbedarfe. Das kann eine Pauschale für die dezentrale Warmwasseraufbereitung (2,3% vom Regelsatz = 12,95€ im Monat) sein oder ein Mehrbedarf, weil aus gesundheitlichen Gründen eine spezielle Ernährung nötig oder der Bürgergeld Bedürftige behindert ist.

Krankenversicherung enthalten

Beiträge zur Krankenversicherung werden im Regelfall nicht an Bürgergeld Bedürftige erbracht, da bei gesetzlicher Versicherungspflicht das Jobcenter direkt mit den Kassen abrechnet – Hilfebedürftige sind also bei laufendem Leistungsbezug automatisch krankenversichert. Lediglich bei einer privaten Krankenversicherung würde das Jobcenter die Hälfte des Beitrags zur Basisversorgung zahlen.

Kurzum: Das Bürgergeld stellt keine pauschale Leistung dar, sondern eine individuell und lokal angepasste Hilfe, die sich um den Regelsatz aufbaut.

Titelbild: Victor Mulero / shutterstock

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