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Das bleibt mit Bürgergeld vom 538 Euro Minijob

Holzsteine mit Aufschrift Minijob

Im Zuge der Mindestlohn-Erhöhung stieg mit dem Jahreswechsel 2023 / 2024 auch die Minijob-Grenze. Angestellte in geringfügiger Beschäftigung können nun 538 Euro statt bisher 520 Euro ohne Abzüge beim Arbeitgeber verdienen. Da Einkommen beim Bürgergeld angerechnet wird, stellt sich Leistungsbeziehern natürlich die Frage, wie viel von dem Zuverdienst aus dem Minijob nach Anrechnung auf das Bürgergeld übrig bleibt.

45 Prozent der Aufstocker sind Minijobber

Laut jüngster Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu der Erwerbstätigkeit von Leistungsempfängern waren im Juni 2023 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) 348.000 Bürgergeld-Bezieher ausschließlich in einer geringfügigen Beschäftigung, dem sogenannten Minijob bis 520 Euro (seit 2024 sind es 538 Euro), tätig. Dies entspricht etwa 45 Prozent aller Erwerbstätigen im Bürgergeld-Bezug. Insgesamt stockten 779.000 Erwerbstätige mit Bürgergeld auf, davon 720.000 in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Die Mehrheit der Minijobber unter den Aufstockern waren dabei Alleinstehende ohne Kinder und Alleinerziehende.

So wird Trinkgeld beim Bürgergeld angerechnet

Minijob-Anrechnung beim Bürgergeld

Wird die Minijob-Grenze ausgeschöpft, bekommt man 538 Euro vom Arbeitgeber ausgezahlt. Die Auszahlung wird auf das Bürgergeld angerechnet und kann die monatlichen Leistungen kürzen. Doch es gibt Freibeträge, so dass nicht der gesamte Hinzuverdienst aus dem Minijob beim Bürgergeld berücksichtigt wird, Staffelung siehe nachfolgende Tabelle:

Einkommen538,00 EUR
– 100% von 100 EUR
(§ 11b Abs. 2 SGB II)
-100,00 EUR
– 20% von 420 EUR
(§ 11b Abs. 3 Nr. 1)
-84,00 EUR
– 30% von 18 EUR
(§ 11b Abs. 3 Nr. 2)
– 5,40 EUR
Summe Freibeträge189,40 EUR
angerechnet werden348,60 EUR

Zahlt der Arbeitgeber also 538 Euro aus, bleiben 189,40 Euro anrechnungsfrei und 348,60 Euro werden als Einkommen auf das Bürgergeld angerechnet und kürzen die Leistungen. Von der Erhöhung der Minijob-Grenze 2024 um 18 Euro kommen somit lediglich 5,40 Euro bei Aufstockern mit Bürgergeld an, da die Freibeträge auf Einkommen bisher nicht angepasst wurden.

Schülerjobs bis 538 Euro anrechnungsfrei

Für Schülerjobs gilt ein abweichender Freibetrag bei der Minijob Anrechnung – 538 Euro im Monat werden nicht beim Bürgergeld angerechnet. Von dieser Regelung sind alle erwerbsfähigen Schüler, Studenten und Auszubildende, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und neben ihrer Ausbildung einer Nebentätigkeit nachgehen, umfasst. (§ 11b Abs. 2b SGB II)

Das gilt auch für Ableister eines Freiwilligendienstes sowie Schulabgänger einer allgemein- oder berufsbildenden Schule bis zum Ablauf des dritten Monats nach Beendigung der Ausbildung.

556 Euro neue Minijob-Grenze in 2025

Ausgehend vom geplanten Mindestlohn für 2025 in Höhe von 12,82 Euro pro Stunde wird die neue Minijob-Grenze bei 556 Euro liegen. Es bleibt abzuwarten, ob die Einkommensfreibeträge beim Bürgergeld angepasst werden und so mehr vom Lohn bei den Leistungsempfängern ankommt.

Titelbild: Kittyfly / shutterstock.com