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Bürgergeld Vorschuss beantragen beim Jobcenter

Geldbörse mit wenig Geld

Bis zu sechs Monate kann und darf es dauern, ehe ein Bürgergeld-Antrag abschließend bearbeitet ist. Viel zu lange, gerade für Menschen in einer Notsituation. Schließlich müssen Rechnungen und die Miete bezahlt werden. Daher besteht die Möglichkeit, einen Vorschuss auf das Bürgergeld zu beantragen, um die Wartezeit finanziell überbrücken zu können.

Voraussetzungen für Bürgergeld Vorschuss

Ein Vorschuss auf die zukünftigen Bürgergeld-Leistungen ist an Bedingungen geknüpft:

  • Der wichtigste Punkt: Der Antrag auf Bürgergeld ist bereits gestellt worden sein.
  • Ferner muss eine erste Prüfung die Hilfebedürftigkeit und damit den Anspruch auf Bürgergeld erkennen lassen.
  • Drittens: Es zeichnet sich ab, dass die Bearbeitung des Bürgergeldantrags länger dauert
  • Und: Für den Vorschuss ist ein (formloser) Antrag erforderlich.

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Bürgergeld und Vorschuss beantragen

Da man beim Bürgergeld von einer längeren Bearbeitungszeit ausgehen muss, ist es ratsam, den Vorschuss-Antrag zusammen mit dem eigentlichen Bürgergeld-Antrag einzureichen. Ein solcher Vorschuss-Antrag ist zwingend nötig. Amtliche Vordrucke dafür gibt es nicht. Ein formloses Schreiben, aus dem hervorgeht, weshalb man den Vorschuss vor der ersten Auszahlung des Bürgergelds benötigt, reicht aus.

Muster: Antrag auf Bürgergeld Vorschuss

Prüfung der Hilfebedürftigkeit

Wenn die Anträge auf das Bürgergeld und den Vorschuss vorliegen, prüft das Jobcenter zunächst die Hilfebedürftigkeit und ob überhaupt die Voraussetzungen für Bürgergeld erfüllt werden. Sofern die Betroffenen nachweisen können, dass ihr Existenzminimum aktuell nicht gesichert ist und sie mittellos sind, kann beziehungsweise darf der Vorschuss nicht abgelehnt werden.

Vorhandenes Vermögen innerhalb der Angemessenheitsgrenze (in der Karenzzeit von zwölf Monaten nach Erstantrag 40.000 Euro plus 15.000 Euro je weiterer Person in der Bedarfsgemeinschaft) sind dabei nicht ausschlaggebend. Kurzum: Da Menschen, die Bürgergeld beantragen, sich meist in einer finanziellen Notlage befinden, sollte dem Vorschuss nichts im Wege stehen.

Höhe des Vorschusses und die Auszahlung

Über die Höhe des Vorschusses entscheidet das Jobcenter. Der Betrag entspricht üblicherweise nicht dem späteren Bürgergeld, sondern dürfte etwas niedriger ausfallen. Ausgezahlt wird der Vorschuss dann spätestens einen Monat, nachdem man den Antrag gestellt hat. Da es sich um eine Notlage handelt, werden die meisten Sachbearbeiter sofort reagieren und die Auszahlung teils sogar umgehend in die Wege leiten. Entscheidend ist: Betroffene sollten ihre Lage so ehrlich wie möglich schildern, um schnelle Hilfe zu erhalten.

Anrechnung auf das Bürgergeld

Zu beachten: Der Vorschuss wird später auf die endgültigen Bürgergeldleistungen angerechnet und bei Auszahlung abgezogen. Sollte der Vorschuss höher gewesen sein als das tatsächliche Bürgergeld, muss die Differenz zurückgezahlt werden. Hier greift allerdings die neue Bagatellgrenze von 50 Euro. Beträge darunter bleiben unangetastet.

Titelbild: rafapress / shutterstock.com