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Stromnachzahlung geht zulasten Bürgergeld Bedürftiger

Frau hält Stromkosten Abrechnung in der Hand

Die Stromkosten haben in den vergangenen Monaten viele Bürgergeld Haushalte über Gebühr belastet. Wenn der Versorger jetzt auch noch eine Stromnachzahlung verlangt, sind die finanziellen Möglichkeiten vieler Betroffener vollends ausgeschöpft oder bereits überstrapaziert. Denn: Nachzahlungen beim Strom übernimmt nicht das Jobcenter. Strom ist als Regelbedarf im Bürgergeld enthalten und muss daher selbst bezahlt werden.

Strom soll raus aus dem Regelsatz

Das Problemfeld Strom wird von vielen Sozialverbänden immer wieder aufgegriffen. Die Forderung, die Stromkosten aus dem Bürgergeld zu nehmen und separat im Rahmen der Kosten für Unterkunft und Heizung (KdU) zu tragen – in angemessener Höhe – steht daher seit Jahren im Raum. Erfüllt wurde sie nicht. So bleibt es beim Stromanteil im Bürgergeld Regelsatz.

Der Regelbedarf für Strom

Singles stehen ab dem kommenden Jahr 45,72 Euro zu, Bedarfsgemeinschaften mit zwei Erwachsenen 82,17 Euro und einer Familie mit zwei Kinder (10 und 14 Jahre) 152 Euro pro Monat zu. Oftmals zu wenig, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Wenn dann trotz höherer Abschläge noch eine Nachzahlung im Raum steht, wird es knapp. Ein Mehrbedarf kann geltend gemacht werden, wenn das Wasser dezentral mittels Durchlauferhitzer oder ähnlichen Geräten erwähnt wird. Mehr Geld gibt es auch, wenn mit Strom geheizt wird. Dann handelt es sich um Heizkosten, die in angemessener Höhe übernommen werden.

Letzter Ausweg: Darlehen vom Amt

Beim „reinen“ Stromverbrauch für Kühlschrank, Lampen und Co. ist man selbst in der Pflicht. Hat man keine Rücklagen bilden können, bleiben nur zwei Wege – die umgehend beschritten werden sollten, wenn sich eine Nachzahlung und damit unter Umständen Stromschulden ergeben sollten. Man kann eine Ratenzahlung mit dem Stromversorger vereinbaren. Wird diese Option abgelehnt, bleibt die Bitte um ein Darlehen vom Jobcenter. Der Betrag wird dann direkt an den Versorger gezahlt und bis zur kompletten Rückzahlung mit monatlich zehn Prozent vom Regelsatz einbehalten.

Energiesparberatung nutzen

Tipp: Wem die Stromkosten über den Kopf wachsen, sollte sich um eine Energiesparberatung kümmern und prüfen, ob der aktuelle Stromvertrag zu teuer ist. Ein solcher Stromvergleich kann im Idealfall viel Geld sparen. Dabei muss man jedoch beachten, dass Bonuszahlungen für einen Anbieterwechsel als Einkommen gelten und auf das Bürgergeld angerechnet werden.

Titelbild: Marian Weyo / shutterstock.com