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Rentenerhöhung 2026: Wichtige Tabellen, Beträge & Prognosen

Rentner-Ehepaar sitzt glücklich mit neuem Rentenbescheid auf einer Parkbank

Zum 1. Juli 2026 steigen die gesetzlichen Renten in Deutschland um 4,24 Prozent. Das hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas am 5. März 2026 offiziell bekanntgegeben. Damit erhalten rund 21 Millionen Rentner mehr Geld – und das deutlich früher als viele erwartet hatten: Noch im Dezember 2025 rechneten Experten lediglich mit einer Erhöhung von 3,73 Prozent.

Dieser Artikel erklärt, wer wie viel mehr bekommt, was von der Erhöhung nach Abzügen übrig bleibt, welche Rentenarten profitieren – und was die offiziellen Daten der BMAS-Rentenbestandsstatistik über die reale Rentenlandschaft in Deutschland verraten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Renten steigen zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent – bundesweit, für Ost und West gleich.
  • Der aktuelle Rentenwert steigt von 40,79 Euro auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt.
  • Bei einer Rente von 1.000 Euro bedeutet das: 42,40 Euro mehr brutto pro Monat.
  • Die Erhöhung liegt deutlich über der Inflationsrate von 2,1 Prozent – Rentner gewinnen also real an Kaufkraft.
  • Grundlage ist die Lohnentwicklung 2025: Das Statistische Bundesamt ermittelte eine Lohnsteigerung von 4,25 Prozent.
  • Die Erhöhung gilt auch für Witwen-, Witwer- und Erwerbsminderungsrenten – automatisch, ohne Antrag.
  • Wer Grundsicherung bezieht, hat von der Erhöhung nichts: Sie wird vollständig angerechnet.

Rentenerhöhung 2026: Die Beträge im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die Erhöhung um 4,24 Prozent auf verschiedene Rentenhöhen auswirkt. Die Beträge sind Bruttowerte – also vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen sowie vor eventueller Steuer.

Bisherige BruttorenteErhöhung (+4,24 %)Neue Bruttorente ab 1. Juli 2026
800 €+ 33,92 €833,92 €
900 €+ 38,16 €938,16 €
1.000 €+ 42,40 €1.042,40 €
1.200 €+ 50,88 €1.250,88 €
1.500 €+ 63,60 €1.563,60 €
1.800 €+ 76,32 €1.876,32 €
2.000 €+ 84,80 €2.084,80 €
2.500 €+ 106,00 €2.606,00 €

Bruttowerte auf Basis der offiziellen Anpassungsrate von 4,24 % (Deutsche Rentenversicherung, März 2026).

30 Jahre Vollzeit zum Mindestlohn – und am Ende nur rund 710 Euro brutto Rente

Warum steigt die Rente 2026 um 4,24 Prozent?

Die jährliche Rentenanpassung folgt einem gesetzlich festgelegten Mechanismus: Die Renten folgen der Lohnentwicklung des Vorjahres. Steigen die Bruttolöhne der Beschäftigten, ziehen die Renten im Folgejahr nach.

Für 2026 ermittelte das Statistische Bundesamt eine anpassungsrelevante Lohnsteigerung von 4,25 Prozent. Der geringfügige Unterschied zur Rentenerhöhung von 4,24 Prozent erklärt sich durch gestiegene Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung, die leicht dämpfend wirken.

Darüber hinaus gilt seit dem 1. Januar 2026 das Rentenpaket 2025 (offiziell: Gesetz zur Stabilisierung des Rentenniveaus). Es verlängert die sogenannte Haltelinie: Der Rentenwert wird bis mindestens 2031 so angepasst, dass das Rentenniveau bei 48 Prozent gehalten wird.

Wichtig: Die tatsächliche Rentenerhöhung liegt mit 4,24 Prozent doppelt so hoch wie die Inflationsrate von 2,1 Prozent. Rentner gewinnen damit real an Kaufkraft – zum fünften Jahr in Folge.

Rentenanpassungen 2021 bis 2026 – und Prognose bis 2030

Die folgende Grafik zeigt die Rentenanpassungen seit 2021 im historischen Vergleich und stellt die Prognosewerte bis 2030 gegenüber. Die gestrichelte Linie markiert die jeweilige Inflationsrate zum Vergleich.

Auffällig: Nach der kräftigen Erhöhung 2027 (prognostiziert: +4,75 %) ist ab 2028 mit deutlich moderateren Anpassungen zu rechnen. Laut Rentenversicherungsbericht 2025 (mittleres Szenario) liegen die Werte dann zwischen 2,39 und 2,83 Prozent pro Jahr.

JahrRentenanpassungStatus
20210,00 %Bestätigt
20225,35 %Bestätigt
20234,39 %Bestätigt
20244,57 %Bestätigt
20253,74 %Bestätigt
20264,24 %Offiziell bestätigt
2027ca. 4,75 %Prognose
2028ca. 2,39 %Prognose
2029ca. 2,75 %Prognose
2030ca. 2,83 %Prognose

Prognosewerte: Rentenversicherungsbericht 2025, mittleres Szenario (Variante B2). Prognosen sind keine Garantie.

Rentenanpassungen 2021–2026 (bestätigt) und Prognose 2027–2030 Balkendiagramm mit Linie. Bestätigte Rentenanpassungen (dunkelrot): 2021: 0,00%, 2022: 5,35%, 2023: 4,39%, 2024: 4,57%, 2025: 3,74%, 2026: 4,24% (offiziell bestätigt). Prognose laut Rentenversicherungsbericht 2025, mittleres Szenario (grau): 2027: 4,75%, 2028: 2,39%, 2029: 2,75%, 2030: 2,83%. Inflationsrate (gestrichelte Linie): 2021: 3,1%, 2022: 6,9%, 2023: 5,9%, 2024: 2,2%, 2025: 2,3%, 2026: 2,1%. Quelle: Deutsche Rentenversicherung, BMAS, buergergeld.org. RENTE 2026 Rentenanpassungen 2021–2026 und Prognose bis 2030 Jährliche Rentenerhöhung in % – bestätigte Werte und Prognose (Rentenversicherungsbericht 2025, mittleres Szenario) 0 % 1 % 2 % 3 % 4 % 5 % 6 % 7 % 8 % Rentenanpassung in % Prognose → 0,00 % 2021 5,35 % 2022 4,39 % 2023 4,57 % 2024 3,74 % 2025 ✓ 4,24 % bestätigt 2026 4,75 % 2027 2,39 % 2028 2,75 % 2029 2,83 % 2030 3,1 % 6,9 % 5,9 % 2,2 % 2,3 % 2,1 % Rentenanpassung bestätigt (2021–2025) 2026: +4,24 % (offiziell bestätigt) Prognose 2027–2030 Inflationsrate (zum Vergleich) Quelle: Deutsche Rentenversicherung / BMAS · Prognose: Rentenversicherungsbericht 2025, mittleres Szenario (Variante B2) · Inflation: Statistisches Bundesamt, 2026: Regierungsprognose BUERGERGELD.ORG © Peter Piekarz
Rentenanpassungen 2021–2026 (bestätigt) und Prognose bis 2030. Die gestrichelte Linie zeigt die jeweilige Inflationsrate zum Vergleich. Quelle: Deutsche Rentenversicherung / BMAS, Rentenversicherungsbericht 2025, mittleres Szenario. Grafik: buergergeld.org

Was bleibt netto übrig? Die Abzüge im Überblick

Von der Brutto-Erhöhung geht nicht alles ins Portemonnaie. Rentner zahlen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, und bei höheren Renten kann auch Einkommensteuer anfallen.

Die wichtigsten Abzüge 2026 im Überblick:

  • Krankenversicherung: 7,3 % (allgemeiner Beitragssatz) + 2,9 % (durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2026) = 10,2 % gesamt
  • Pflegeversicherung: 3,6 % (mit Kindern) bzw. 4,2 % (kinderlos)
  • Gesamtabzug: rund 13,8 % bis 14,4 % je nach Familienstatus
BruttorenteBrutto-PlusKV + PV-Abzug (ca. 13,8 %)Netto-Plus (ca.)
1.000 €+ 42,40 €– 5,85 €ca. 36–37 €
1.200 €+ 50,88 €– 7,02 €ca. 44 €
1.500 €+ 63,60 €– 8,78 €ca. 55 €
1.800 €+ 76,32 €– 10,52 €ca. 66 €
2.000 €+ 84,80 €– 11,70 €ca. 73 €

Näherungsrechnung. Tatsächliche Nettowerte hängen vom individuellen KV-Zusatzbeitrag, dem Steuerstatus und dem Renteneintrittsjahrgang ab. Für Neurentner 2026 liegt der steuerpflichtige Anteil der Rente bei 84 Prozent.

Wer bekommt die Rentenerhöhung 2026 – und wer geht leer aus?

Diese Rentenarten werden erhöht

Die Rentenanpassung gilt automatisch für alle gesetzlichen Renten – ohne Antrag:

  • Altersrenten aller Art (Regelaltersrente, Rente für langjährig Versicherte, Rente für schwerbehinderte Menschen)
  • Erwerbsminderungsrenten (volle und teilweise)
  • Witwenrenten und Witwerrenten (kleine und große)
  • Waisenrenten

Auch wer noch gar keine Rente bezieht, profitiert mittelbar: Bereits erworbene Entgeltpunkte gewinnen mit dem höheren Rentenwert automatisch an Wert.

Erwerbsminderungsrente und Grundsicherung bei Erwerbsminderung – das sind die Unterschiede

Die Grundsicherungs-Falle

Wer neben einer kleinen Rente ergänzend Grundsicherung im Alter (nach SGB XII) bezieht, hat von der Erhöhung nichts. Die Grundsicherung sinkt um exakt den Betrag, um den die Rente steigt – weil die Rente als Einkommen angerechnet wird.

Für Hunderttausende Rentner mit Grundsicherungsbezug ist die Rentenerhöhung deshalb eine Nullnummer. Dennoch empfiehlt es sich, den neuen Grundsicherungsbescheid sorgfältig zu prüfen: Fehler bei der Anrechnung kommen in der Praxis vor. Ein falscher Abzug lässt sich per Widerspruch nach § 83 SGG innerhalb eines Monats korrigieren.

So verteilen sich die Renten in Deutschland – die reale Rentenschichtung 2025

Die offiziellen Rentenerhöhungs-Zahlen klingen gut. Doch wie sehen die Renten in der Realität aus? Die folgende Grafik basiert auf der BMAS-Rentenbestandsstatistik vom 1. Juli 2025 – den aktuellsten verfügbaren Originaldaten der deutschen Rentenversicherung.

Rentenschichtung 2025: Männer vs. Frauen nach Rentenhöhe Gruppiertes Balkendiagramm. Allgemeine Rentenversicherung, Rentenbestand 1. Juli 2025. Männer (Ø 1.380 €/Monat, 8,69 Mio. Renten): 0–200 € 6,3%, 200–400 € 5,6%, 400–600 € 5,2%, 600–800 € 5,8%, 800–1.000 € 6,5%, 1.000–1.200 € 8,7%, 1.200–1.400 € 10,7%, 1.400–1.600 € 11,1%, 1.600–1.800 € 11,1%, 1.800–2.100 € 13,0%, über 2.100 € 16,1%. Frauen (Ø 977 €/Monat, 11,36 Mio. Renten): 0–200 € 4,8%, 200–400 € 10,8%, 400–600 € 11,8%, 600–800 € 11,5%, 800–1.000 € 13,5%, 1.000–1.200 € 15,2%, 1.200–1.400 € 12,7%, 1.400–1.600 € 8,0%, 1.600–1.800 € 5,2%, 1.800–2.100 € 4,2%, über 2.100 € 2,5%. Quelle: BMAS Rentenbestandsstatistik, buergergeld.org. RENTE 2026 Rentenschichtung 2025: Verteilung der Versichertenrenten nach Höhe Anteil der Renten je Zahlbetragsklasse in % – Männer vs. Frauen · Allgemeine Rentenversicherung 0 % 2 % 4 % 6 % 8 % 10 % 12 % 14 % 16 % 18 % Anteil der Renten in % 6,3 % 4,8 % 0–200 € 5,6 % 10,8 % 200–400 € 5,2 % 11,8 % 400–600 € 5,8 % 11,5 % 600–800 € 6,5 % 13,5 % 800–1.000 € 8,7 % Peak: 15,2 % 1.000–1.200 € 10,7 % 12,7 % 1.200–1.400 € 11,1 % 8,0 % 1.400–1.600 € 11,1 % 5,2 % 1.600–1.800 € 13,0 % 4,2 % 1.800–2.100 € Peak: 16,1 % 2,5 % über 2.100 € Männer · Ø 1.380 €/Monat · 8,69 Mio. Renten Frauen · Ø 977 €/Monat · 11,36 Mio. Renten · Rentenlücke: 403 € / 29 % Quelle: BMAS Rentenbestandsstatistik, Rentenbestand 1. Juli 2025 · eigene Auswertung · Allgemeine Rentenversicherung, Versichertenrenten (Tabelle 9) BUERGERGELD.ORG © Peter Piekarz
Rentenschichtung 2025: Verteilung der Versichertenrenten nach Rentenhöhe – Männer (Ø 1.380 €) vs. Frauen (Ø 977 €). Allgemeine Rentenversicherung, Rentenbestand 1. Juli 2025. Quelle: BMAS Rentenbestandsstatistik, eigene Auswertung. Grafik: buergergeld.org

Die Grafik zeigt einen strukturellen Unterschied zwischen Männern und Frauen, der durch die Rentenerhöhung nicht behoben wird:

  • Bei Männern liegt der häufigste Rentenbereich bei über 2.100 Euro (16,1 % aller Männerrenten).
  • Bei Frauen ist der häufigste Bereich 1.000–1.200 Euro (15,2 % aller Frauenrenten).
  • Die durchschnittliche Männerrente (Zahlbetrag nach KV/PV-Abzug) liegt bei 1.380 Euro, bei Frauen bei nur 977 Euro.
  • Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen beträgt 403 Euro monatlich – rund 29 Prozent.

Hintergrund dieser Lücke sind strukturelle Unterschiede in den Erwerbsbiografien: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, unterbrechen die Erwerbstätigkeit für Kindererziehung und Pflege, und verdienen im Schnitt weniger als Männer. Diese Faktoren schlagen sich direkt in niedrigeren Entgeltpunkten und damit niedrigeren Renten nieder.

Witwenrente und Witwerrente 2026: Wer bekommt wie viel?

Auch Hinterbliebenenrenten steigen zum 1. Juli 2026 automatisch um 4,24 Prozent. Grundlage ist derselbe aktuelle Rentenwert wie bei allen anderen gesetzlichen Renten – ein gesonderter Antrag ist nicht nötig.

Rechenbeispiele Witwenrente

RentenartBerechnungBisheriger Betrag (Beispiel)Erhöhung (+4,24 %)Neu ab Juli 2026
Große Witwenrente55 % der Rente des Verstorbenen900 €+ 38,16 €938,16 €
Große Witwenrente55 % der Rente des Verstorbenen700 €+ 29,68 €729,68 €
Kleine Witwenrente (befristet)25 % der Rente des Verstorbenen350 €+ 14,84 €364,84 €
Witwerrente (groß)55 % der Rente der Verstorbenen400 €+ 16,96 €416,96 €
Erwerbsminderungsrenteeigene Entgeltpunkte972 €+ 41,21 €1.013,21 €

Wichtig: Eigenes Einkommen (eigene Rente, Lohn, Mieteinnahmen) wird ab einem Freibetrag zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet. Der aktuelle Freibetrag liegt bei rund 1.076 Euro netto monatlich (Stand: 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026). Er wird mit der Rentenanpassung ebenfalls angehoben.

Was die Daten zeigen: Witwenrenten vs. Witwerrenten

Die folgende Grafik zeigt auf Basis der offiziellen BMAS-Rentenbestandsstatistik, wie sich die rund 3,99 Millionen großen Witwenrenten und 720.669 Witwerrenten nach Höhe verteilen.

Der auffälligste Befund: 73,9 Prozent aller Witwerrenten liegen unter 600 Euro monatlich – bei Witwenrenten sind es nur 29,9 Prozent. Der Hintergrund: Witwerrenten basieren auf den Renten der verstorbenen Ehefrauen, die im Schnitt deutlich niedriger ausfallen als die der Männer.

Insgesamt gibt es 3,99 Millionen große Witwenrenten mit einem Durchschnittsbetrag von 781 Euro sowie 720.669 Witwerrenten mit im Schnitt nur 433 Euro – ein Unterschied von 348 Euro monatlich.

Hinterbliebenenrenten 2025: Witwenrenten vs. Witwerrenten nach Rentenhöhe Gruppiertes Balkendiagramm. Allgemeine Rentenversicherung, Rentenbestand 1. Juli 2025. Große Witwenrenten (3,99 Mio., Ø 781 €/Monat): unter 300 € 14,6%, 300–600 € 15,3%, 600–900 € 28,8%, 900–1.200 € 27,9%, 1.200–1.500 € 11,5%, 1.500–1.800 € 1,7%, über 1.800 € 0,0%. Witwerrenten (720.669, Ø 433 €/Monat): unter 300 € 35,1%, 300–600 € 38,8%, 600–900 € 21,3%, 900–1.200 € 4,3%, 1.200–1.500 € 0,5%, über 1.500 € 0,0%. 73,9 % aller Witwerrenten liegen unter 600 Euro monatlich. Quelle: BMAS Rentenbestandsstatistik, buergergeld.org. RENTE 2026 Hinterbliebenenrenten 2025: Witwenrenten und Witwerrenten nach Höhe Anteil der Renten je Zahlbetragsklasse in % · Allgemeine Rentenversicherung, Rentenbestand 1. Juli 2025 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 % 35 % 40 % Anteil der Renten in % 14,6 % 35,1 % unter 300 € 15,3 % Peak: 38,8 % 300–600 € 28,8 % 21,3 % 600–900 € 27,9 % 4,3 % 900–1.200 € 11,5 % 0,5 % 1.200–1.500 € 1,7 % 1.500–1.800 € ≈ 0 % über 1.800 € 73,9 % aller Witwerrenten liegen unter 600 €/Monat – gegenüber nur 29,9 % bei den Witwenrenten Große Witwenrenten · 3,99 Mio. · Ø 781 €/Monat Witwerrenten · 720.669 · Ø 433 €/Monat Quelle: BMAS Rentenbestandsstatistik, Rentenbestand 1. Juli 2025 · eigene Auswertung · Allgemeine Rentenversicherung, Renten wegen Todes (Tabelle 10) BUERGERGELD.ORG © Peter Piekarz
Verteilung der Witwenrenten (3,99 Mio., Ø 781 €) und Witwerrenten (720.669, Ø 433 €) nach Rentenhöhe. 73,9 % aller Witwerrenten liegen unter 600 €/Monat. Quelle: BMAS Rentenbestandsstatistik, Rentenbestand 1. Juli 2025, Allgemeine Rentenversicherung. Grafik: buergergeld.org

Grundlagen: Wie wird die Rentenerhöhung berechnet?

Die Rentenanpassungsformel ist in § 68 SGB VI geregelt. Die wichtigsten Einflussfaktoren:

  • Lohnfaktor: Verhältnis der Bruttolöhne des aktuellen Jahres zu denen des Vorjahres – der wichtigste Treiber.
  • Beitragssatzfaktor: Veränderungen des Beitragssatzes zur Rentenversicherung (aktuell stabil bei 18,6 %) wirken leicht dämpfend oder verstärkend.
  • Haltelinie Rentenniveau: Seit 2024 wird der Rentenwert so festgesetzt, dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinkt – diese Regelung gilt jetzt bis 2031.

Der aktuelle Rentenwert ist die Basisgröße: Er gibt an, wie viel Euro ein Entgeltpunkt wert ist. 2026 steigt er von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Multipliziert man alle persönlichen Entgeltpunkte eines Versicherten mit diesem Wert, ergibt sich die individuelle Bruttorente.

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Prognose: Wie entwickeln sich die Renten bis 2030?

Laut Rentenversicherungsbericht 2025 der Bundesregierung (veröffentlicht November 2025) könnten die Renten von 2026 bis 2039 um insgesamt gut 45 Prozent steigen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von etwa 3,5 Prozent.

Für die Jahre 2027 bis 2030 rechnen die Modellrechnungen (mittleres Szenario) mit folgenden Anpassungssätzen:

  • 2027: ca. +4,75 % – noch einmal ein kräftiges Jahr
  • 2028: ca. +2,39 % – deutlich moderater
  • 2029: ca. +2,75 %
  • 2030: ca. +2,83 %

Der demografische Wandel macht sich bemerkbar: Ab Mitte der 2030er-Jahre kommen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge vollständig ins Rentenalter, während die Zahl der Beitragszahler sinkt. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung könnte laut Prognosen bis 2030 auf bis zu 20,4 Prozent steigen.

Wichtiger Hinweis: Die Prognosen sind Modellrechnungen, keine Garantien. Abweichungen durch konjunkturelle Entwicklungen, politische Reformen oder externe Schocks sind jederzeit möglich.

Wann kommt die Rentenerhöhung 2026?

Die Rentenerhöhung tritt zum 1. Juli 2026 in Kraft. Die erste Zahlung mit dem erhöhten Betrag erfolgt je nach persönlichem Rentenbeginn Anfang oder Ende Juli 2026. Ein Antrag ist nicht erforderlich.

Wie hoch ist die Rentenerhöhung 2026?

Die Rentenerhöhung 2026 beträgt 4,24 Prozent. Der aktuelle Rentenwert steigt dabei von 40,79 Euro auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Bei einer Rente von 1.000 Euro brutto sind das rund 42 Euro mehr.

Gilt die Rentenerhöhung 2026 auch im Osten?

Ja. Seit der Angleichung der Rentenwerte in 2023 gibt es keine unterschiedlichen Rentenanpassungen mehr für Ost und West. Die Erhöhung von 4,24 Prozent gilt bundesweit einheitlich.

Wird die Witwenrente 2026 auch erhöht?

Ja. Hinterbliebenenrenten werden nach denselben gesetzlichen Mechanismen angepasst wie Altersrenten. Die Witwenrente steigt ebenfalls um 4,24 Prozent – automatisch, ohne Antrag.

Steigt die Erwerbsminderungsrente 2026?

Ja. Auch Erwerbsminderungsrenten werden zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent erhöht. Die Erhöhung erfolgt automatisch.

Was ist mit Grundsicherungsempfängern?

Wer Grundsicherung im Alter (SGB XII) bezieht, profitiert nicht von der Rentenerhöhung: Sie wird vollständig auf die Grundsicherung angerechnet. Der Gesamtbetrag bleibt gleich. Rentner in dieser Situation sollten dennoch ihren neuen Bescheid prüfen – Fehler bei der Anrechnung sind anfechtbar.

Muss ich etwas tun, um die Rentenerhöhung zu erhalten?

Nein. Die Rentenanpassung erfolgt automatisch für alle Bezieher gesetzlicher Renten. Es ist kein Antrag und keine Meldung erforderlich.

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Rentenerhöhung 2026 ist solide – aber nicht für alle

Die Rentenerhöhung 2026 ist mit 4,24 Prozent erfreulich hoch und liegt klar über der Inflationsrate von 2,1 Prozent. Rentner gewinnen real an Kaufkraft. Das ist das fünfte Jahr in Folge mit einer spürbaren Verbesserung.

Gleichzeitig zeigen die Originaldaten der BMAS-Rentenbestandsstatistik die strukturellen Grenzen des Systems: Für die Millionen Rentner, die ergänzend Grundsicherung beziehen, ändert sich nichts. Und die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen – 403 Euro monatlich – bleibt durch eine prozentuale Erhöhung naturgemäß bestehen, denn wer wenig hat, bekommt auch wenig mehr.

Entscheidend für die eigene Altersplanung bleibt: Die gesetzliche Rente bildet die Basis, reicht aber für viele nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Die Prognose bis 2030 deutet auf weiterhin positive, aber moderatere Anpassungen hin.

Quellen: