Ab dem 1. Juli 2026 gelten neue Pfändungsfreigrenzen. Damit steigt der gesetzlich geschützte Teil des Einkommens leicht an. Das Bundesministerium der Justiz hat die neuen Werte im Bundesgesetzblatt (Nr. 80 vom 26. März 2026) veröffentlicht. Der monatliche Grundfreibetrag erhöht sich von 1.555,00 Euro auf 1.587,40 Euro. Auch die Zuschläge für unterhaltsberechtigte Personen wurden entsprechend angehoben.
Inhaltsverzeichnis
Geringere Erhöhung als in den Vorjahren
Die diesjährige Erhöhung um 32,40 Euro fällt deutlich niedriger aus als in den vergangenen Jahren. Während der Grundfreibetrag zwischen 2021 und 2025 meist um 60 bis knapp 90 Euro pro Jahr gestiegen ist, verlangsamt sich die Entwicklung nun spürbar.
Besonders deutlich wurde der Anstieg noch 2024, als der Pfändungsfreibetrag um rund 89 Euro erhöht wurde. 2025 lag das Plus bei gut 63 Euro. Die aktuelle Anpassung bleibt mit rund 32 Euro deutlich darunter.
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Die neuen Freibeträge im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt die Zusammensetzung des monatlichen Pfändungsfreibetrages. Während der Grundfreibetrag für Alleinstehende gilt, erhöhen die Zuschläge die Pfändungsfreigrenze für jede Person, der gegenüber eine gesetzliche Unterhaltspflicht besteht.
| bis 30.06.2026 | ab 01.07.2026 | |
|---|---|---|
| Grundfreibetrag monatlich | 1.555,00 € | 1.587,40 € |
| zusätzlich für 1. Unterhaltsberechtigten | 585,23 € | 597,42 € |
| zusätzlich für 2. bis 5. Unterhaltsberechtigen | 326,04 € | 332,83 € |
| max. Pfändungsfreibetrag (bei 5 Personen) | 3.444,39 € | 3.516,14 € |
Pfändungstabelle 2026 / 2027 (monatlich, vereinfacht)
Die folgende Pfändungstabelle zeigt in 100-Euro-Schritten, wie viel vom Nettolohn ab dem 01.07.2026 pfändbar ist – abhängig von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen.
| Nettolohn monatlich | 0 Personen | 1 Person | 2 Personen | 3 Personen | 4 Personen | 5+ Personen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| bis 1.589 € | – | – | – | – | – | – |
| 1.600 € | 9 € | – | – | – | – | – |
| 1.700 € | 79 € | – | – | – | – | – |
| 1.800 € | 149 € | – | – | – | – | – |
| 1.900 € | 219 € | – | – | – | – | – |
| 2.000 € | 289 € | – | – | – | – | – |
| 2.100 € | 359 € | – | – | – | – | – |
| 2.200 € | 429 € | 8 € | – | – | – | – |
| 2.300 € | 499 € | 58 € | – | – | – | – |
| 2.400 € | 569 € | 108 € | – | – | – | – |
| 2.500 € | 639 € | 158 € | – | – | – | – |
| 2.600 € | 709 € | 208 € | 33 € | – | – | – |
| 2.700 € | 779 € | 258 € | 73 € | – | – | – |
| 2.800 € | 849 € | 308 € | 113 € | – | – | – |
| 2.900 € | 919 € | 358 € | 153 € | 15 € | – | – |
| 3.000 € | 989 € | 408 € | 193 € | 45 € | – | – |
| 3.100 € | 1.059 € | 458 € | 233 € | 75 € | – | – |
| 3.200 € | 1.129 € | 508 € | 273 € | 105 € | 3 € | – |
| 3.300 € | 1.199 € | 558 € | 313 € | 135 € | 23 € | – |
| 3.400 € | 1.269 € | 608 € | 353 € | 165 € | 43 € | – |
| 3.500 € | 1.339 € | 658 € | 393 € | 195 € | 63 € | – |
| 3.600 € | 1.409 € | 708 € | 433 € | 225 € | 83 € | 8 € |
| 3.700 € | 1.479 € | 758 € | 473 € | 255 € | 103 € | 18 € |
| 3.800 € | 1.549 € | 808 € | 513 € | 285 € | 123 € | 28 € |
| 3.900 € | 1.619 € | 858 € | 553 € | 315 € | 143 € | 38 € |
| 4.000 € | 1.689 € | 908 € | 593 € | 345 € | 163 € | 48 € |
| 4.100 € | 1.759 € | 958 € | 633 € | 375 € | 183 € | 58 € |
| 4.200 € | 1.829 € | 1.008 € | 673 € | 405 € | 203 € | 68 € |
| 4.300 € | 1.899 € | 1.058 € | 713 € | 435 € | 223 € | 78 € |
| 4.400 € | 1.969 € | 1.108 € | 753 € | 465 € | 243 € | 88 € |
| 4.500 € | 2.039 € | 1.158 € | 793 € | 495 € | 263 € | 98 € |
| 4.600 € | 2.109 € | 1.208 € | 833 € | 525 € | 283 € | 108 € |
| 4.700 € | 2.179 € | 1.258 € | 873 € | 555 € | 303 € | 118 € |
| 4.800 € | 2.249 € | 1.308 € | 913 € | 585 € | 323 € | 128 € |
| 4.900 € | 2.291 € | 1.338 € | 937 € | 603 € | 335 € | 134 € |
Quelle: Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026, BGBl. 2026 I Nr. 80 vom 26.03.2026.
Pfändungsfreigrenze sichert das Existenzminimum
Die Pfändungsfreigrenze legt fest, wie viel Einkommen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt ist. Der Gedanke dahinter: Wer Schulden hat, soll trotzdem seinen Lebensunterhalt bestreiten können. Deshalb darf ein bestimmter Betrag grundsätzlich nicht gepfändet werden, egal wie hoch die Schulden sind.
Der Pfändungsschutz gilt übrigens nicht nur für Lohn und Gehalt, sondern auch für andere regelmäßigen Einkünfte – also etwa für Renten, Arbeitslosengeld oder Krankengeld.
Oberhalb der Pfändungsfreigrenze wird gestaffelt gepfändet: Je höher das Einkommen, desto höher der pfändbare Anteil. Ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 4.866,30 Euro ist jeder darüber hinausgehende Betrag vollständig pfändbar.
Wer Unterhalt zahlt – etwa für Kinder oder einen früheren Ehepartner – hat höhere laufende Verpflichtungen. Das berücksichtigt das Gesetz: Für unterhaltsberechtigte Personen erhöht sich der Pfändungsfreibetrag.
Praxisbeispiele: So wirkt sich die Pfändungstabelle aus
Ein Blick auf konkrete Fälle zeigt, wie sich die neuen Werte im Alltag auswirken:
- Bei einem Nettoeinkommen von 1.800 Euro und ohne Unterhaltspflichten werden rund 149 Euro monatlich gepfändet. Besteht eine Unterhaltspflicht, bleibt das Einkommen in dieser Höhe vollständig geschützt.
- Auch bei 2.500 Euro netto und zwei unterhaltsberechtigten Personen erfolgt keine Pfändung.
- Bei höheren Einkommen wird der Unterschied deutlich: Wer 3.500 Euro netto verdient und allein lebt, muss mit einer Pfändung von rund 1.339 Euro rechnen – also knapp 38 Prozent des Einkommens. Mit drei unterhaltsberechtigten Personen – etwa bei einer Familie mit Kindern – sinkt der pfändbare Betrag im selben Fall auf rund 195 Euro.
P-Konto sichert den Pfändungsfreibetrag im Alltag
Der gesetzliche Pfändungsfreibetrag ist in der Praxis nur dann geschützt, wenn das Konto als Pfändungsschutzkonto (P-Konto) geführt wird. Andernfalls kann es bei einer Kontopfändung dazu kommen, dass Guthaben zunächst blockiert wird – selbst wenn es unterhalb der Freigrenze liegt.
Mit einem P-Konto bleibt der monatliche Freibetrag automatisch verfügbar. Maßgeblich sind dabei die jeweils geltenden Pfändungsfreigrenzen, die auch für das Konto zugrunde gelegt werden.
Banken sind verpflichtet, ein bestehendes Girokonto auf Antrag in ein P-Konto umzuwandeln.