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Notgroschen für viele Hartz IV Bedürftige undenkbar

Traurige Frag vor weinendem Sparschwein

Vorsorgen, Sparen, Geld auf die hohe Kante legen – dazu kursieren aktuell viele Tipps der Verbraucherzentrale durch die Medien. Für immer mehr Haushalte ist das inzwischen jedoch reines Wunschdenken. Zwei bis drei Monatsgehälter als Notgroschen sind zweifelsohne sinnvoll, um für unvorhergesehene Ausgaben gerüstet zu sein. Doch woher nehmen? Vom Hartz IV Regelsatz ganz bestimmt nicht.

Wenn Sparen unmöglich wird

Wir stecken mitten in einer Krise. Genau für solche Zeiten ist er gedacht: der Notgroschen. Rein theoretisch ist sich vermutlich jeder der Bedeutung bewusst. Praktisch indes lassen sich die Tipps kaum mehr umsetzen. Zumindest nicht von jenen, die mit einer Mini-Rente auskommen müssen, in prekären Einkommensverhältnissen leben oder auf Hartz IV angewiesen sind.

„Vermögen“ schmilzt dahin

Zwar dürfen auch Hartz IV Bedürftige Vermögen haben, zum Beispiel 150 Euro je Lebensjahr und 750 Euro für notwendige Anschaffungen. Doch Hand aufs Herz: Die Rücklage schmilzt schneller als man denkt. Diese Erfahrung machen gerade viele, die aufgrund von Corona Arbeitslosengeld II beantragen mussten.

Ersparnisse sind längst aufgebraucht

Anfangs hat man vielleicht noch die Hoffnung, das System Hartz IV ganz schnell wieder verlassen zu können. Klappt das nicht, ist man immer öfter gezwungen, auf Ersparnisse zurückzugreifen. Und irgendwann ist das Sparschwein leer. Von da an nimmt der Druck zu, den Gürtel enger zu schnallen – bis man merkt, es geht nicht mehr.

Finanzielle Nöte nehmen zu

Gerade jetzt, in Zeiten einer galoppierenden Inflation, sorgen sich immer mehr Hartz IV Bedürftige, Rentner und einkommensschwache Familien, den Boden ganz unter den Füßen zu verlieren. Da ist der Rat, drei Gehälter als Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto zu packen, völlig verfehlt.

Lesetipp: Sechs Tage hungern dank Hartz IV und Inflation

Von der Hand in den Mund

Wer jetzt schon nicht genug Geld hat, um jeden Tag eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, kann auch nicht vorsorgen. Wer bei der Tafel Schlange steht oder verschämt Pfandflaschen aus dem Dreck holt, lebt von der Hand in den Mund. Da ist die Spardose reine Dekoration und wenn überhaupt nur für die Kinder da.

Faire Hartz IV Konditionen

Der Druck, der aus der finanziellen Not heraus auf vielen lastet, macht krank. Daher pochen die Linke, Gewerkschaften und Verbände darauf, gezielte Entlastungsmaßnahmen zu ergreifen und faire Hartz IV Konditionen zu schaffen. Doch genau daran scheiden sich die Geister und es wird auf Kosten der Armen gestritten.

Wie ein Pflaster auf einem Bruch

Etwa 680 Euro wären bei einer ehrlichen Berechnung nötig – auch, um überhaupt Vorsorge betrieben zu können. Aktuell gibt es 449 Euro Hartz IV Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen. Die Politik hält etwa 500 Euro Bürgergeld für angemessen. Das ist zwar ein Sprung nach vorne, kommt aber eher einem Pflaster auf einem Bruch gleich.

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