Frage zu einem Aufhebungsbescheid und Rückzahlung

  • Hallo,

    ich hoffe mir kann hier jemand einen Tipp oder Hilfe geben. Ich bin echt am Ende und verzweifle. Alle meine Bemühungen wurden abgeschmettert und der letzte Widerspruch wurde abgelehnt und es bleibt nur noch das Sozialgericht. Aber ich fühle mich total verraten.
    Fall: ( ich versuche mich kurz zu fassen)
    - Ex-Firma insolvent gegangen und zum 1. August freigstellt
    - Ich zum Arbeitsamt und mich Arbeitslos gemeldet mit der Info das ich mich schon um einen neuen Job gekümmert habe
    - Erstgespräch: erwähnt das ich zum 1.November schon was habe und ein unentgeltliches Praktikum mache ( nur Fahrtkosten erstattet). Keine verarsche vom Arbeitgeber.
    Job war zu 95% sicher und ich habe Ihn auch bekommen und arbeite immer noch da.
    - Im Dezember bekam die Firma einen Brief vom Arbeitsamt mit der Aufforderung, das beigefügte Schreiben auszufüllen. Es ging wohl um das Praktikum.
    - 2 Wochen später kam der Bescheid, dass ich alle Leistungen, für den Zeitraum des Praktikums, zurück zahlen soll

    Da bin ich natürlich aus allen Wolken gefallen. Da kümmert man sich um einen Job macht das Praktikum und bekommt den JOB und die wollen Geld dafür zurück haben?
    Es gab mehrer Begründungen und ich habe mit mehrer Leuten dort gesprochen. Leistungsabteilung. Vermittler. Keiner hatte einen Plan oder hat mir zustimmt oder geholfen
    1. Begründung: ich habe mehr wie 15h pro Woche im Praktikum gearbeitet...aber ich habe das Praktikum doch erwähnt und keiner hat was gesagt
    2. Begründung: Der Vermittler habe das Praktikum nicht eingetragen und deswegen wäre das nicht abgesprochen. Da dieses Erstgespräch nur knapp 10 Minuten gedauert hat und es für Ihn ein leichter Fall war, nämlich schon ein sichere Job zum 1. Nov., hat er das vermutlich nicht vernünftig gemacht. Aber das ist doch nicht mein Fehler

    Ich habe auch bewiesen, dass ich nur Fahrtkosten bekommen habe und keine weiteren Zahlungen.(Abrechnung des Arbeitgebers) Ich brauchte also das ALG I.

    Ich habe wirklich versucht mit allen Beteiligten vernünftig zu sprechen und habe auf ein Einlenken erhofft, da ich ja nix ungesetzliches gemacht habe.
    Aber keiner hat eingelenkt und man hielt mir immer Broschüren unter die Nase " aber hier steht, dass sie nicht mehr wie 15h hätten arbeiten dürfen"...jaaaa verstanden aber ich habe das doch erwähnt vorher, warum hat dann keiner was gesagt. Und ich weiß 100% das das Arbeitsamt das auch bewilligt wenn es wirklich dazu dient einen Job zu bekommen.
    Und man sieht ja, dass es auch geklappt hat....warum stellen die sich so quer? Ich war vorher noch nie ARBEITSLOS...

    Und das dicke Enden kommt noch. Zwei Arbeitskollegen mit genau der gleichen Situation haben nix bekommen....warum ich?

    PS: Warum das ganze überhaupt nochmal ins Rollen kam war, weil die Buchhaltung die Fahrkosten auch versteuert hat bzw. Sozialabgaben gezahlt hat und das Arbeitsamt eine Info zwecks doppelter Zahlungseingänge bekommen hat. Der Betrag war natürlich lächerlich klein.

    Sonst wäre das nie überhaupt bis zu diesem Zeitpunkt gekommen.
    Und warum wird mit zweierlei Maß gemessen?

    Ich hoffe auf Hilfe oder einer kleinen Aufmunterung wie man das lösen kann

  • Hallo,

    Du bist nur berechtigt, ALG I zu empfangen, wenn Du für eventuelle Nebentätigkeiten, zum Beispiel geringfügige Beschäftigungen oder selbstständige Tätigkeit, nicht mehr als 15 Stunden pro Woche aufwendest. Auch ein Praktikum wäre eine derartige Nebentätigkeit. Wenn Du nun im Praktikum mehr als 15 Stunden gearbeitet hast, dann verfällt das Anrecht auf das ALG I - und das auch, wenn das Praktikum unbezahlt ist.

    .aber ich habe das Praktikum doch erwähnt und keiner hat was gesagt....
    Der Vermittler habe das Praktikum nicht eingetragen

    Hier dürfte dann Aussage gegen Aussage stehen und Du wirst schwer nachweisen können, ob Du das mit dem Praktikum nun gesagt hast oder nicht.

    Insgesamt sehe ich da wenig Chancen, noch etwas zu machen.

    Vielleicht hat ja jemand anders noch eine Idee.

    Gruß!

  • Da hat Corinna völlig recht und die Agentur für Arbeit richtig gehandelt.


    Stelle daher einen Antrag auf ALG2 und auf Wohngeld.
    Begründe die nachträgliche Antragstellung mit § 28 SGB X und lege den Erstattungsbescheid über ALG1 in Kopie bei.

  • Hallo,

    danke für eure schnellen Antworten. Versuche gerade meine Gedanken zu ordnen
    1) ich soll bis zum 18.Feb das Geld zurück überweisen. Soll ich das erstmal machen? Um kein Inkasso Bescheid zu bekommen?
    Oder verbaue ich mir dann das mit ALG2 und Wohngeld weil ich indirekt dem Arbeitsamt recht gebe.
    2) wie viel bekommt man bei ALG2+Wohngeld? komme ich da auf das gleiche Geld?
    3) Ich hoffe letzte Frage :) Termin machen für ALG2 oder über mein online Zugang/Profil den einreichen? Anschreiben mit Begründung ausführlicher schreiben?

    Was mich wundert ist bzw. warum ich so wütend bin::

    Fall 1: Ein anderen Kollegen, gleicher Praktikumsvertrag, gleiche Geschichte. Dort hat sich der Vermittler 2 Monate später gemeldet, nachdem wir schon alle längt den Job angetreten haben und sagte: " Ich konnte mir jetzt erst den Praktikumsvertrag anschauen und das mit den 30 Stunden ist ja nicht so ganz gut gewählt. Aber Sie haben ja bestimmt nicht mehr wie 15h wirklich gearbeitet oder *AUGEN ZWINKER*....mein Kollege Geistesgegenwärtig .." Nein natürlich nicht". Vermittler: " und den Job haben Sie bekommen?"....Ja habe ich.
    Fertig war die Sache

    2.Fall: Andere Kollege hat Praktikumsvertrag auch eingeschickt und der Vermittler hat gesagt wäre ok so. Der hat auch nie wieder was gehört

    Also geht es doch und man kann es vernünftig klären. Warum bei mir nicht. Gleicher Fall..gleiche Firma. Warum kann das Arbeitsamt nicht einlenken? Wegen dem verpeilten Vermittler der mein Praktikumsvertrag nicht notiert hat???

    Auch sehe ich eine gewisse Schuld bei meinem Arbeitgeben bzw. seinem Steuerbüro, uns überhaupt so einen schei** Praktikumsvertrag gegeben zu haben. Die hätten das doch wissen müssen mit den 15 Stunden und es gar nicht soweit kommen lassen.

  • Hallo,

    ich soll bis zum 18.Feb das Geld zurück überweisen. Soll ich das erstmal machen? Um kein Inkasso Bescheid zu bekommen?
    Oder verbaue ich mir dann das mit ALG2 und Wohngeld weil ich indirekt dem Arbeitsamt recht gebe.

    Du kannst auch eine Ratenvereinbarung vorschlagen

    wie viel bekommt man bei ALG2+Wohngeld? komme ich da auf das gleiche Geld?

    Du bekommst ALG II, aber nicht gleichzeitig Wohngeld. Das ALG II berechnet sich auf den Regelsatz (416 €) plus angemessene Kosten der Unterkunft.

    oder über mein online Zugang/Profil den einreichen? Anschreiben mit Begründung ausführlicher schreiben?

    Das ALG II hat nichts mit Deinem Profil bei der Arbeitsagentur zu tun. Den Antrag mußt Du bei dem örtlichen Jobcenter einreichen, die Formulare findest Du unter https://www.buergergeld.org/www.arbeitsagentur.de .

    Was irgendwelche andere Leute angeblich erlebt haben, ist hier nicht Thema - zumal da auch oft falsche Behauptungen getroffen werden. Es geht umD einen konkreten Fall und da habe ich Dir die Rechtslage erläutert.

    Auch sehe ich eine gewisse Schuld bei meinem Arbeitgeben bzw. seinem Steuerbüro, uns überhaupt so einen schei** Praktikumsvertrag gegeben zu haben. Die hätten das doch wissen müssen mit den 15 Stunden und es gar nicht soweit kommen lassen.

    Es ist Dein Job, Dich über Rechte und Pflichten zu informieren.

    Gruß!

  • Entweder Ratenzahlung vereinbaren oder gegen die Forderung Widerspruch innerhalb der Monatsfrist erheben. Während das Widerspruchsverfahren läuft darf die Forderung nicht betrieben werden.

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